Der Augustenbühl ist als Lebensraum auch für Insekten unverzichtbar


 Privatdozent Dr. Jürgen Gross, wissenschaftlicher Direktor am Institut für Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau des Julius-Kühn-Instituts in Dossenheim und Präsident der Deutschen Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie (DGaaE) hielt einen beeindruckenden Vortrag über „Die Bedrohung der Insektenvielfalt – Ursachen und Lösungsansätze“. Zum Augustenbühl fand er klare Worte: Das Gebiet muss als Teil der Kulturlandschaft und mit wichtigen Insektenvorkommen, wie zum Beispiel dem Körnerbock (Stufe 1 der Roten Liste Baden – Württembergs), erhalten bleiben. Das angrenzende Vogelschutzgebiet würde bei einer Bebauung des Augustenbühls erheblich in Mitleidenschaft gezogen, da Insekten in der Nahrungskette beispielsweise für Vögel, aber auch für viele andere Tiere ganz am Anfang stehen. Zudem sind Insekten Bestäuber von Blüten, die später als Frucht unsere Nahrung sichern. Letztendlich werden wir selbst zuletzt vom Insektensterben unmittelbar betroffen sein.

Der Rückgang der Insektenvielfalt beschäftigt uns alle sehr. Die Prognosen sind düster. Der Klimawandel, Flächenfraß, intensive Landwirtschaft, die Verarmung der Landschaft, Lichtverschmutzung sowie naturfeindliche Gärten, zum Beispiel sogenannte Schottergärten, minimieren die Überlebenschancen von Insekten und vielen anderen heimischen Tierarten. In einer ausführlichen Fragerunde ging Jürgen Gross auf die Fragen der interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein. Es wurde klar, dass die Landwirtschaft umgebaut werden muss und dabei die Landwirte unterstützt werden müssen. Umweltschutz und Landwirtschaft müssen gemeinsam Lösungen finden, um eine regionalere Versorgung anzustreben. Letztendlich entscheidet der Verbraucher, welche Obst- und Gemüsesorten verkauft werden. Ein biologisch produzierter Apfel muss durchaus auch mal Macken haben dürfen.

Die Veranstaltung wurde vom Augustenbühl e.V. und dem BUND Ortsverband Dossenheim mit Wolfgang Mitternacht, der uns handwerklich behilflich war, zum Anlass genommen, die neu gebauten Insektennisthilfen einzuweihen. Über 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen bei schönstem Wetter auf das Grundstück des Vereins Augustenbühl. Mit unserem Referenten hatten wir einen Insektenspezialist zu Gast, der trotz des bedrohlichen Rückgangs der Insekten motivierende und lobende Worte fand über die durchgeführten Maßnahmen für Wildbienen. Sie helfen zu verstehen, was Insekten in der Natur brauchen, um ihren Bestand zu sichern.


Dass unsere Nisthilfen so gut angenommen wurden, liegt vor allem am wertvollen Standort, der über das ganze Jahr Nahrungsangebote für Wildbienen bietet. Durch seinen Strukturreichtum bietet der Augustenbühl ideale Lebensräume für Insekten. Ebenso wurde erneut erklärt, dass bei Nisthilfen darauf geachtet werden muss, dass markhaltige Stängel vertikal und hohle Stängel horizontal angebracht werden müssen, damit sie von den entsprechenden Insekten angenommen werden. Bohrlöcher mit einem Durchmesser von zwei bis neun Millimeter in Holzblöcken müssen waagrecht zum gewachsenen Stamm gebohrt werden. In unseren Nisthilfen sind nach nur zwei Monaten hier schon Dreiviertel aller Nistangebote belegt. Es gibt schon viel zu beobachten.

 Das Interesse an dem Thema riss bei der außerordentlich gut besuchten Veranstaltung auch nach dem Vortrag nicht ab. Da Jürgen Gross umfangreiches Material zum Mitnehmen für die Teilnehmer mitgebracht hatte, gab es noch viele Möglichkeiten ins Gespräch zu kommen. Viele Teilnehmende nutzten dann auch die Gelegenheit, sich das Vereinsgelände des Augustenbühl e.V. genauer anzuschauen.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die gute und spannende Diskussion!

Vorstand

Dagmar Schülke (Vorsitzende)

Brigitte Schoell (Stellvertreterin)

Rosalie Bohn de Lorenzo (Stellvertreterin)

Klaus Avanzini (Stellvertreter)

Dr. André Siepe (Schatzmeister) 

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Am Rebgarten 24

69221 Dossenheim

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