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Gesamtfortschreibung Flächennutzungsplan des Nachbarschaftsverbandes Heidelberg-Mannheim

wilde Pflaume blühend
Erste Blüten im Frühling (Dagmar Schülke)

Derzeit wird der Flächennutzungsplan fortgeschrieben. Der Flächennutzungsplan stellt insbesondere dar, wo zukünftig Wohnbauflächen und gewerbliche Bauflächen entstehen können.

 

Der Gemarkungsbereich der Gemeinde Dossenheim, sprich der Augustenbühl, ist zwar vom laufenden Verfahren entkoppelt, jedoch hat der Gemeinderat Dossenheim die Verwaltung dennoch beauftragt, entlang der bestehenden Infrastruktur eine Bebaubarkeit zu prüfen. Vor diesem Hintergrund begrüßen wir es, dass der Nachbarschaftsverband nun doch noch die Stellungnahmen zur 2. Offenlage veröffentlicht hat. Es sind 37 von insgesamt 44 Stellungnahmen verfasst worden, die die Herausnahme der gesamten Fläche fordern. Die Stellungnahmen aus der Beteiligung der Öffentlichkeit können unter im Originalwortlaut eingesehen werden.

 

Der Augustenbühl e.V. möchte nachfolgend zwei Stellungnahmen aus der Dossenheimer Bürgerschaft veröffentlichen: 


Sehr geehrte Damen und Herren,

 

ich schreibe Ihnen heute, weil mir sehr daran liegt, den Augustenbühl aus dem Flächennutzungsplan zu nehmen.

 

Der Augustenbühl hat große Bedeutung für Artenvielfalt, Mikroklima und Naherholung. Es handelt sich um eine ökologisch besonders wertvolle Fläche, die dem direkt angrenzenden Vogelschutzgebiet in dieser Hinsicht absolut ebenbürtig ist. Was die Qualität einer Schutzzone hat, kann aber nicht potenzielles Bauland sein.

 

Das immer wieder gehörte Argument, der Augustenbühl müsse als Reservefläche Wohnen vorgehalten werden, erschließt sich mir nicht. Die Einwohnerzahl der Gemeinde hat die selbst gesetzte Marke von 10.000 bereits überschritten. Welche Eventualitäten kann es da noch geben?

 

Die Politik kennt aus gutem Grunde Selbstbeschränkungen für die Zukunft. Die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ist ein Beispiel dafür, wie sinnvoll es sein kann, sich dauerhaft vor den eigenen Begehrlichkeiten zu schützen und sich selbst das zu verbieten, was vermeintlich populär wäre.

 

Ein anderes Beispiel ist die Einrichtung des Central Parks in New York City: 341 Hektar Land, die der Stadtentwicklung dauerhaft vorenthalten wurden. Was hätte man dort alles bauen können! Die Wohnungen hätte man schon gut brauchen können auf diesem dicht besiedelten Fleck Erde.

Aber inzwischen sind alle glücklich über die grüne Lunge New Yorks -- und stolz darauf, diese 341 Hektar Natur nicht geopfert zu haben.

 

Machen wir den Augustenbühl zu unserem kleinen Central Park am Rande von Dossenheim, schützen wir ihn dauerhaft für zukünftige Generationen, haben wir den Mut zur Selbstbeschränkung!

 Sehr geehrte Damen und Herren

 

Ich möchte mich hiermit in der zweiten Offenlage der Fortschreibung des Flächennutzungsplans nochmals dafür aussprechen den Augustenbühl als Grünfläche zu schützen und aus dem Flächen-Nutzungsplan herauszunehmen.

 

Die letzten zwei trockenen und heißen Sommer haben auch in unserer Region deutlich ihre drastischen klimatischen Auswirkungen gezeigt.

Zu dem starken Baumsterben samt Unterwuchs an den sonnenzugewandten Stellen am Ölberg kommen in den nächsten Jahren sicher auch noch die Obstbäume an ihre Grenzen.

 

Das Gebiet „Augustenbühl“ hat eine große Bedeutung für die Grundwasserneubildung, eine Bebauung würde einen starken Eingriff in die grundwasserführenden Schichten darstellen. Es ist außerdem die letzte intakte Grünschneise, die die Ortsmitte erreicht und mit kühler Luft versorgt.

Eine weitere Verschlechterung für die Menschen, die hier leben und aufwachsen, die Natur lieben und Erholung suchen, ist nicht akzeptabel.

„(…)“

Einer Fläche wie dem Augustenbühl könnten in den nächsten Jahren bis Jahrzehnten noch eine andere Bedeutung zukommen, zum Beispiel, dass es eine Generation verstanden hat die Zeichen der Zeit zu erkennen und mit viel Mut einen Mehrwert an Naherholung, Kulturlandschaft, Vogel-/Artenschutz, Klimaschutz und Heimatgefühl geschaffen hat.

Das wünschen sich die vielen Menschen, die mir täglich im Augustenbühl begegnen, Freunde, Verwandte und Bekannte die mich auf den Grundstücken besuchen, sich die Taschen mit Obst aus der Region füllen lassen und dabei viele Tiere beobachten können.

Vorstand

Dagmar Schülke (1. Vorstand)

Michael Kühlen (2. Vorstand)

Dr. André Siepe (Schatzmeister) 

Anschrift

Am Rebgarten 24

69221 Dossenheim

 Email: vorstand@augustenbuehl.de

Bankverbindung

Bankverbindung: Heidelberger Volksbank

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